Steigende Sommertemperaturen werden zur echten Herausforderung für unsere Hunde. Anders als wir können sie nicht über die Haut schwitzen – sie regulieren ihre Körpertemperatur fast ausschließlich übers Hecheln. Wird es zu heiß, droht ein Hitzschlag. In diesem Ratgeber zeigen wir Dir 10 erprobte Tipps, wie Du Deinen Hund sicher und entspannt durch den Sommer bringst – plus ein erfrischendes Hundeeis-Rezept.
Auf einen Blick: Die wichtigsten Sommer-Regeln
- Spaziergänge: Nur morgens und abends, wenn der Asphalt unter 40 °C ist (5-Sekunden-Handtest).
- Wasser: Immer frisches Trinkwasser bereitstellen, mehrmals täglich wechseln.
- Hitzschlag-Warnzeichen: Starkes Hecheln, blau-rote Zunge, Erbrechen, Apathie – sofort zum Tierarzt!
- Nie im Auto lassen: Auch bei „nur" 22 °C Außentemperatur kann das Wageninnere binnen Minuten lebensgefährlich heiß werden.
- Gefährdete Rassen: Möpse, Bulldoggen, Boxer, Senior- und Welpen besonders schützen.
Warum Hitze für Hunde so gefährlich ist
Hunde besitzen nur wenige Schweißdrüsen – und die sitzen ausgerechnet an den Pfotenballen. Die Hauptkühlung erfolgt über das Hecheln: Beim schnellen Atmen verdunstet Wasser auf der Zunge und in den Atemwegen und nimmt Wärme mit. Steigt die Außentemperatur jedoch über 27–30 °C, reicht dieser Mechanismus oft nicht mehr aus.
Besonders gefährdet sind
- Brachycephale Rassen (Mops, Bulldogge, Boxer, Pekinese) – sie können kaum effektiv hecheln
- Welpen und Senioren – schlechtere Temperaturregulation
- Übergewichtige Hunde
- Hunde mit dichtem Unterfell (Husky, Bernhardiner, Berner Sennenhund)
- Hunde mit Vorerkrankungen (Herz, Atemwege)
Die 10 besten Tipps zum Abkühlen Deines Hundes
1. Spaziergänge in die kühlen Stunden verlegen
5-Sekunden-Pfotentest
2. Schatten zum Standard machen
Im Garten, auf der Terrasse, beim Spaziergang – immer schattige Plätze suchen. Eine Strandmuschel im Park kann Wunder wirken. Drinnen helfen Rollläden und Vorhänge.
3. Wasser, Wasser, Wasser
Frisches Trinkwasser muss jederzeit verfügbar sein. Mehrere Näpfe in der Wohnung verteilen. Auf Spaziergängen unbedingt eine Wasserflasche mitnehmen. Ein paar Eiswürfel halten das Wasser länger kühl – Vorsicht: bei sehr durstigen Hunden lieber keinen Eisklotz, da plötzliche Kälte zu Magenkrämpfen führen kann.

4. Selbstgemachtes Hundeeis
Ein Klassiker für heiße Tage. Einfaches Rezept
- 200 g Naturjoghurt (laktosefrei) oder ungesüßte Hundebrühe
- 1 Banane oder eine Handvoll Beeren
- Optional: 1 EL Erdnussbutter (ohne Xylit!)
Alles pürieren, in Silikonformen oder Eiswürfelschalen füllen und mindestens 4 Stunden einfrieren. Ein toller Snack, der lange beschäftigt und kühlt.

5. Kühlmatten und Kühlwesten
Hochwertige Kühlmatten funktionieren oft ohne Strom – sie aktivieren sich durch Druck. Kühlwesten werden in Wasser getaucht und gleichmäßig getragen. Beides kann besonders für Hunde mit Vorerkrankungen oder im Auto (klimatisiertes Auto natürlich vorausgesetzt) sehr hilfreich sein.
6. Planschbecken & Sprenkler
Ein flaches Hundeplanschbecken im Garten ist Sommerglück. Auch ein Gartenschlauch oder Sprinkler kann viel Spaß bringen – Wasser nicht zu kalt einstellen, plötzliche Kälte ist nicht gesund.
7. Feuchtes Handtuch / Kühlkompressen
Ein nasses, kühles Handtuch über Bauch, Pfoten und Ohren legen kann schnelle Erleichterung bringen. Wichtig: Niemals eiskalt – das kann den Kreislauf belasten. Lauwarmes bis kühles Wasser ist ideal.
8. Anstrengung vermeiden
Kein Ballwerfen, kein Fahrradfahren, kein Joggen bei Hitze. Auch der Hund braucht Pause. Statt körperlicher Aktivität: Nasenarbeit, Schnüffelspiele oder Suchspiele im Haus.
9. Pfoten schützen & pflegen
Heißer Asphalt verbrennt Pfotenballen. Bei Hitze: in den Schatten ausweichen oder Pfotenwachs auftragen. Tipp: Vor dem Spaziergang die Ballen kontrollieren – Risse oder Wunden sind Anlass für eine Pause.
10. Innenraum kühl halten
Frühmorgens und nachts gut durchlüften, tagsüber Fenster schließen und verdunkeln. Ventilatoren helfen, allerdings nicht direkt auf den Hund gerichtet. Eine kleine Klimaanlage kann für brachycephale Rassen oder kranke Hunde lebensrettend sein.

⚠️ Hitzschlag erkennen – das musst Du wissen
Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. Erste Anzeichen:
- Extrem starkes, hektisches Hecheln
- Stark gerötete oder bläuliche Zunge & Schleimhäute
- Speichelfluss, dickflüssiger Schleim
- Glasiger Blick, Apathie, Wackeln
- Erbrechen, Durchfall
- Schließlich: Bewusstlosigkeit, Kollaps
Erste Hilfe bei Hitzschlag
- Sofort in den Schatten bringen
- Lauwarmes (NICHT eiskaltes!) Wasser über Pfoten, Bauch und Innenschenkel gießen
- Trinkwasser anbieten, nicht zwingen
- Sofort zum Tierarzt – auch wenn es dem Hund scheinbar wieder besser geht (innere Organschäden können verzögert auftreten!)
Sommerernährung: Den Hund von innen unterstützen
Ein starkes Immunsystem hilft Deinem Hund, mit der Sommerbelastung umzugehen. Achte auf:
- Leicht verdauliche, frische Kost: Hochwertige Nassfutter mit hohem Wasseranteil entlasten Magen und Kreislauf. Unser Nassfutter-Sortiment wurde mit Tierärzten genau dafür entwickelt.
- Kräuter-Unterstützung: Echinacea, Hagebutte und Taigawurzel stärken das Immunsystem.
- Zeckenschutz nicht vergessen: Im Sommer sind Zecken besonders aktiv. Unser ZecOFF schützt natürlich.
Häufige Fragen zum Hund im Sommer (FAQ)
Soll ich meinen Hund im Sommer scheren lassen?
Bei Hunden mit dichtem Unterfell (Husky, Berner Sennenhund) eher nicht – das Fell wirkt isolierend, auch gegen Hitze. Bei langhaarigen Rassen mit pflegeintensivem Fell (Pudel, Bichon) kann eine sanfte Kürzung sinnvoll sein. Niemals bis auf die Haut scheren – Sonnenbrandgefahr!
Ab welcher Temperatur ist es zu heiß für einen Spaziergang?
Faustregel: ab 25 °C nur im Schatten und mit Pausen, ab 28 °C nur morgens/abends, ab 30 °C lieber Pipi-Runden statt richtige Spaziergänge.
Darf mein Hund schwimmen?
Ja, sofern er es mag und Schwimmer ist. Achte auf saubere Gewässer, kein eiskaltes Wasser bei überhitztem Hund (Schock-Gefahr!) und keine Strömung. Nach dem Schwimmen abtrocknen, auf Hautirritationen achten.
Was tun bei Sonnenbrand?
Ja, auch Hunde können Sonnenbrand bekommen – besonders an Nase, Ohren und Bauch (bei wenig Fell). Spezielle Sonnencreme für Hunde verwenden oder schattigen Aufenthalt sicherstellen.
Hilft ein Ventilator?
Bedingt. Da Hunde nicht über die Haut schwitzen, kühlt ein Luftzug sie weniger als uns Menschen. Trotzdem hilft Luftzirkulation, indem sie die warme Luft um den Hund austauscht.
Fazit: Mit Vorbereitung entspannt durch den Sommer
Hitze ist für Hunde eine Belastung, aber mit den richtigen Maßnahmen gut zu meistern. Schatten, Wasser, kühle Spazierzeiten und ein gesundes, leichtes Futter sind die Grundpfeiler. Bei den ersten Anzeichen von Überhitzung handle sofort – ein Hitzschlag kann tödlich enden.
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Quellen
Bei Verdacht auf Hitzschlag bitte sofort einen Tierarzt aufsuchen. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Ohne Gewähr auf Vollständigkeit & Richtigkeit.













