Allergien & Unverträglichkeiten bei Hunden

Auf einen Blick
- Typische Anzeichen: Juckreiz, Pfotenlecken, Ohrenentzündungen, Magen-Darm-Beschwerden
- Häufige Auslöser: Rind, Milch, Huhn, Weizen, Ei
- Diagnose: Ausschlussdiät über 6 bis 8 Wochen
- Unsere Empfehlung: Nassfutter Pferd als Monoprotein-Option
- Geduld nötig: Veränderungen zeigen sich oft erst nach Wochen
Wie sich Unverträglichkeiten zeigen können
Allergien und Unverträglichkeiten zeigen sich auf vielfältige Weise – manchmal über die Haut, manchmal über den Verdauungstrakt, manchmal über beides.

- Anhaltender Juckreiz, besonders an Pfoten, Bauch, Ohren oder Achseln
- Wiederkehrende Ohrenentzündungen ohne klare Ursache
- Hot Spots oder wunde, oft geleckte Hautstellen
- Chronischer Durchfall oder weicher Stuhl
- Wiederholtes Erbrechen ohne erkennbaren Auslöser
- Stumpfes Fell und vermehrter Haarausfall
- Müdigkeit und reduzierte Vitalität
Die häufigsten Allergie-Auslöser
In wissenschaftlichen Studien wurden bestimmte Auslöser besonders häufig identifiziert. Wichtig: Allergien entwickeln sich oft gegen Eiweiße, die der Hund schon lange kennt – nicht gegen exotische Zutaten. Die fünf häufigsten Auslöser sind:

Rindfleisch (rund 34 %)
Mit Abstand der häufigste Auslöser – einfach weil Rind in vielen Hundefuttern enthalten ist. Bei jahrelangem Konsum kann sich eine Sensibilisierung entwickeln.
Milchprodukte (rund 17 %)
Käse, Joghurt oder Quark als Belohnung können bei manchen Hunden Verdauungsbeschwerden oder Hautreaktionen auslösen.
Hühnerfleisch (rund 15 %)
Huhn ist in vielen "Sensitive"-Futtern enthalten – und kann gerade dort zum Auslöser werden.
Weizen und Gluten (rund 13 %)
Glutenhaltige Getreide werden von manchen Hunden nicht gut vertragen. Eine getreidefreie Ernährung kann Erleichterung bringen.
Eier (rund 4 %)
Eier können – meist in verarbeiteter Form, etwa in Trockenfutter – ebenfalls eine Reaktion auslösen.
Schritt für Schritt zur verträglichen Ernährung
Der wichtigste Weg zur Linderung führt über das Auffinden des Auslösers. Folgendes Vorgehen hat sich bewährt – idealerweise in Absprache mit Deiner Tierärztin:
1. Ausschlussdiät
Für 6 bis 8 Wochen füttern wir ausschließlich eine Eiweißquelle, die der Hund noch nie gegessen hat (z. B. Pferd, Kaninchen, Insekten). Auch Leckerchen und Kauartikel entsprechend anpassen.
2. Beobachtungsphase
Wenn der Hund auf das neue Futter besser reagiert, ist eine Unverträglichkeit gegen vorherige Zutaten wahrscheinlich. Veränderungen zeigen sich oft nicht sofort – Geduld ist wichtig.
3. Provokation (optional)
Nach der Ausschlussdiät kann man einzelne verdächtige Lebensmittel testweise wieder einführen, um den genauen Auslöser zu identifizieren.
4. Langfristige Ernährung
Sobald der Auslöser bekannt ist, lässt sich die Ernährung gezielt anpassen. Monoprotein-Futter (nur eine tierische Eiweißquelle) sind dabei oft besonders verträglich.
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Wann Du den Tierarzt aufsuchen solltest
Bei folgenden Anzeichen empfehlen wir Dir, zeitnah eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufzusuchen:
- Akute allergische Reaktionen wie Gesichtsschwellung oder Atemnot
- Großflächige, eitrige oder offene Hautstellen
- Anhaltender Juckreiz, der die Lebensqualität beeinträchtigt
- Verdacht auf Umweltallergien (z. B. saisonale Beschwerden)
- Sehr starker Gewichtsverlust
- Erfolglose Selbstbehandlung über mehrere Wochen
Bitte habe im Hinterkopf: Eine frühe Abklärung kann viel Leid ersparen – sowohl Deinem Hund als auch Dir.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, bis die Ausschlussdiät wirkt?
Plane mindestens 6 bis 8 Wochen ein. Bei manchen Hunden brauchen die Haut- und Schleimhautreaktionen tatsächlich so lange, bis sie sich beruhigen. Wichtig: In dieser Zeit konsequent nur das neue Futter geben.
Was ist der Unterschied zwischen Allergie und Unverträglichkeit?
Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem mit Antikörpern. Bei einer Unverträglichkeit ist es eher eine direkte Reaktion des Verdauungssystems. Die Symptome ähneln sich oft.
Sind Allergietests beim Tierarzt sinnvoll?
Bei Umweltallergien (Pollen, Milben) durchaus aussagekräftig. Bei Futtermittel-Allergien sind sie aktuell weniger zuverlässig – die Ausschlussdiät gilt als Goldstandard.
Was ist mit Insektenprotein als Alternative?
Insektenprotein gilt als spannende Eiweißquelle für Allergiker – die meisten Hunde hatten bisher keinen Kontakt damit. Unsere PURE Bites Insect bieten eine Möglichkeit für die Trainingseinheit.
Quellen & weiterführende Informationen
VCA Animal Hospitals: Food Allergies in Dogs. Veterinärmedizinische Übersicht.
VCA Animal Hospitals: Atopy in Dogs (Environmental Allergies). Veterinärmedizinische Übersicht.
Weiterführende Artikel aus unserem Magazin
Du möchtest tiefer ins Thema einsteigen? In unserem Hunde-Magazin findest Du ausführliche Beiträge mit weiterführenden Informationen, Erfahrungswerten und praktischen Tipps:

