Selbst für den Hund zu kochen ist ein wundervoller Impuls. Du weißt, was im Napf landet, kannst auf Unverträglichkeiten Rücksicht nehmen und gibst Deinem Hund das Schönste: Aufmerksamkeit und Sorgfalt bei jeder Mahlzeit. Doch eine Sache wird oft unterschätzt: eine selbstgekochte Mahlzeit allein deckt selten den vollständigen Nährstoffbedarf. Was Du wissen solltest, bevor Du loslegst – und wie Du das Schöne am Selberkochen mit der Sicherheit eines ausgewogenen Futters verbinden kannst.
Auf einen Blick
- Belächelt? Nein. Selbst kochen für den Hund hat seine Berechtigung – bei Allergien, wählerischen Hunden, Genesungsphasen.
- Aber Achtung: Eine Studie (Stockman 2013, JAVMA) zeigte, dass 95 % der gängigen Online-Rezepte mindestens einen Nährstoff nicht ausreichend abdecken.
- Was gehört rein: ~50 % Protein, 20–30 % Kohlenhydrate, 5–10 % Fett, Gemüse, Mineralstoffe, Vitamine.
- Häufige Fehler: zu wenig Kalzium, falsches Ca:P-Verhältnis, kein Jod, vergessenes Vitamin D und E.
- Sicherer Mittelweg: Hochwertiges Alleinfutter als Basis, selbst Gekochtes als Topping oder zur Abwechslung.
- Bei Krankheit: Immer mit Tierärztin oder Ernährungsberatung kalkulieren – nicht aus dem Bauch heraus.
Warum selbst kochen für den Hund überhaupt?
Es gibt gute Gründe, warum immer mehr Hundebesitzerinnen den Kochlöffel in die Hand nehmen:
- Unverträglichkeiten: Hunde mit nachgewiesenen Futtermittel-Allergien profitieren oft von einer kontrolliert zubereiteten Eliminationsdiät.
- Wählerische Esser: Frisch gekocht riecht intensiver – manche Hunde greifen zu, die bei jedem Trockenfutter die Nase rümpfen.
- Genesung & Schonkost: Magen-Darm-Geschichten oder nach Operationen ist eine sanfte Hühnchen-Reis-Phase oft das, was gut tut.
- Senior-Hunde mit Appetitlosigkeit: Gerade ehemals begeisterte Fresser brauchen im Alter manchmal die Nasen-Aufregung von frischem Essen.
- Transparenz: Du weißt, was drin ist – das gibt Sicherheit, wenn das Vertrauen in Industriefutter (egal ob gerechtfertigt oder nicht) verloren gegangen ist.
Die größte Hürde: vollwertige Nährstoffversorgung
Eine der bekanntesten Untersuchungen zum Selberkochen kommt von Stockman et al. (2013), veröffentlicht im Journal of the American Veterinary Medical Association. Die Forscherinnen analysierten 200 gängige Online- und Buch-Rezepte für selbstgekochtes Hundefutter. Das ernüchternde Ergebnis: nur 9 von 200 Rezepten entsprachen allen Nährstoff-Empfehlungen für ausgewachsene Hunde nach AAFCO oder NRC. 95 % wiesen mindestens eine Nährstofflücke auf.
Die typischen Defizite:
- Kalzium – fast immer zu wenig, weil Knochen ausgelassen werden
- Falsches Ca:P-Verhältnis – sollte etwa 1,2:1 bis 1,4:1 sein
- Jod, Zink, Kupfer, Eisen – häufig nicht abgedeckt
- Vitamin D & E – schwer aus Lebensmitteln allein zu erreichen
- Omega-3-Fettsäuren – ohne Fisch oder Algen kaum erreichbar
Was eine ausgewogene Hundemahlzeit benötigt

Das National Research Council (NRC 2006, Nutrient Requirements of Dogs and Cats) und die europäische FEDIAF geben Mindestmengen für alle essentiellen Nährstoffe an. Vereinfacht lässt sich eine gute Hundemahlzeit so zusammensetzen:
| Komponente | Anteil | Beispiele |
|---|---|---|
| Hochwertiges Protein | 45–55 % | Magere Pute, Lamm, Rind, Fisch, Quark, Ei |
| Kohlenhydrate (gut verdaulich) | 20–30 % | Reis, Hafer, Süßkartoffel, Quinoa, Hirse |
| Gemüse | 10–20 % | Karotte, Zucchini, Spinat, Kürbis, Brokkoli |
| Hochwertiges Fett | 5–10 % | Leinöl, Hanföl, Fischöl, Wildlachs |
| Mineralstoffe & Vitamine | Ergänzung | Eierschalenpulver (Ca), Algen (Jod), B-Komplex |
5 typische Fehler beim Selbstkochen
- Kalzium-Lücke. Wer ohne Knochen oder Eierschalenpulver kocht, deckt den hohen Kalziumbedarf nicht. Faustregel: 1 g Eierschalenpulver pro 500 g rohes Fleisch.
- Ein einziges Rezept über Monate. Variation ist Schlüssel – verschiedene Proteinquellen, wechselnde Gemüsesorten. Sonst entstehen Lücken bei Spurenelementen.
- Vergessene Mikronährstoffe. Jod (aus Algen), Zink, Mangan, Selen – die sind selten im Topf, müssen aber rein. Ein guter Vitalstoff-Komplex hilft.
- Zu viel Protein, zu wenig Fett. „Viel Fleisch ist gesund“ – stimmt nur halb. Hunde brauchen auch Fett für Energie, fettlösliche Vitamine und Hormone.
- Toxische Zutaten unbedacht verwendet. Zwiebeln, Knoblauch, Trauben, Schokolade, Avocado-Schale, rohe Hefeteige – alle giftig. Mehr dazu in unserem Artikel zu giftige Lebensmittel für Hunde.

Der sinnvolle Mittelweg: Kombination
Du musst Dich nicht zwischen „nur Industriefutter“ und „nur selbst kochen“ entscheiden. Ein sehr eleganter Ansatz, der mit dem stressigen Alltag vereinbar ist:
- Basis: Hochwertiges, ernährungsphysiologisch vollständiges Alleinfutter – z. B. unser Nassfutter aus deutscher Manufaktur, dampfgegart, monoprotein.
- Topping: Frisch gekochtes Hühnchen, gedunstetes Gemüse, etwas Quark als 10–20 % der Mahlzeit. Bringt Aufregung in den Napf, ohne das Nährstoffgleichgewicht zu kippen.
- 1–2 mal wöchentlich: Komplette selbstgekochte Mahlzeit, mit gültigem Rezept und kompletter Ergänzung – als „Abwechslungs-Tag“.
Welche FAVLY-Produkte ergänzen das Selberkochen?
| Du suchst … | Empfehlung |
|---|---|
| Sichere, vollwertige Basis-Mahlzeit | Nassfutter Pute oder Wild (dampfgegart, monoprotein) |
| Hochwertige Proteinquelle für Toppings/Snacks | PURE Bites Hirsch, PURE Bites Lamm |
| Wenn die Verdauung sensibler ist | GASTRO Pulver während der Umstellung |
| Darmflora bei Umstellung begleiten | FloraACTIVE oder FloraVITAL Pulver |
| Ausführlicher Ratgeber zum Selbermachen | FAVLY Ernährungsratgeber E-Book |
Häufige Fragen zum Selberkochen
Reicht es, einfach Hühnchen mit Reis zu kochen?
Für 2–3 Tage Schonkost: ja. Für dauerhafte Ernährung: nein. Hühnchen-Reis liefert Eiweiß und schnelle Energie, aber kein Kalzium, kaum Mineralien, wenige Vitamine. Als Hauptfutter ist es nicht ausgewogen.
Welche Lebensmittel sind absolut tabu?
Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Schokolade, Kakao, Trauben & Rosinen, Macadamia-Nüsse, rohe Hefeteige, Avocado-Schale & -Kern, Xylit (Süßstoff), gekochte Knochen. Lies dazu unseren Beitrag zu giftigen Lebensmitteln für Hunde.
BARF oder kochen – was ist besser?
Beides hat Vor- und Nachteile. Gekochtes ist hygienisch sicherer (keine Salmonellen-Gefahr), schonender für empfindliche Verdauung. BARF ist enzymreicher, näher am natürlichen Beutetier. Wichtig in beiden Fällen: vollständige Ergänzung mit Mineralstoffen.
Brauche ich ein Ergänzungsprodukt?
Für die dauerhafte selbstgekochte Fütterung: ja. Ohne Mineralstoff- und Vitaminkomplex sind Lücken praktisch unvermeidbar. Sprich mit einer Ernährungsberatung oder Deiner Tierärztin über konkrete Produkte.
Wie viel selbstgekochtes Futter pro kg Körpergewicht?
Eine grobe Faustregel: ein gesunder, aktiver Hund braucht etwa 2–3 % seines Körpergewichts als gekochtes Futter pro Tag. Für einen 20-kg-Hund wären das etwa 400–600 g. Bei Welpen, Senior- und kranken Hunden weicht der Wert ab.
Kann ich das Futter vorkochen und einfrieren?
Ja, prima. Portionsweise in Glasdosen oder Beuteln einfrieren. Vor der Fütterung im Kühlschrank auftauen, nie in der Mikrowelle (zerstört empfindliche Nährstoffe). Öle erst nach dem Auftauen unterrühren.
Fazit: Liebe trifft Wissenschaft
Selbst für den Hund kochen kann eine wundervolle Form der Zuwendung sein. Wichtig ist nur, dass aus der Liebe nicht versehentlich eine Nährstoff-Lücke wird. Wenn Du selbst kochst, dann mit System: ein geprüftes Rezept, eine vollständige Ergänzung, regelmäßige Abwechslung. Wenn Dir das zu viel ist (verständlich!) – dann ist ein hochwertiges, vollständig deklariertes Alleinfutter die nächstbeste Variante. Und ein selbst gekochtes Topping bringt trotzdem die Frische und das gute Gefühl.
🐾 Vollwertig & selbst gemacht in Deutschland
Unser dampfgegartes Nassfutter ist wie selbst gekocht – schonend zubereitet, monoprotein, mit klar deklarierten Zutaten. Kombiniert mit Deinen eigenen Toppings: die entspannte Variante für jeden Alltag.

Quellen & weiterführende Informationen
- Stockman, J. et al. (2013): Evaluation of recipes of home-prepared maintenance diets for dogs. JAVMA, 242(11), 1500–1505.
- National Research Council (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats. National Academies Press.
- FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs.
- Streiff, E. L. et al. (2002): A comparison of the nutritional adequacy of home-prepared and commercial diets for dogs. Journal of Nutrition.
Dieser Beitrag dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche oder ernährungsberatende Begleitung. Bei einer dauerhaften Umstellung auf selbstgekochtes Futter – insbesondere bei Welpen, Senior-Hunden, tragenden Hündinnen oder erkrankten Tieren – wende Dich bitte an Deine Tierärztin oder eine zertifizierte Ernährungsberatung. Ohne Gewähr auf Vollständigkeit & Richtigkeit.












