Hundehalterin streichelt geduldigen Hund — EPI verstehen

Bauchspeicheldrüsenschwäche (EPI) beim Hund — Symptome, Diagnose und Ernährung

Wenn Dein Hund trotz hungrigem Appetit immer dünner wird, sein Kot voluminös, hell oder fettig wirkt und er ständig Blähungen hat, kann eine Bauchspeicheldrüsenschwäche (EPI) dahinterstecken. Diese Erkrankung ist nicht heilbar, aber mit der richtigen Ernährung und täglicher Begleitung können betroffene Hunde ein lebenswertes Leben führen. Hier erfährst Du, was EPI bedeutet und wie Du Deinen Hund unterstützt.
Zuletzt aktualisiert am 21. Mai 2026 · Geprüft vom FAVLY Petfood Team

Auf einen Blick

  • EPI = Exokrine Pankreas-Insuffizienz: Die Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig Verdauungsenzyme
  • Typische Symptome: hungriger Appetit, Gewichtsverlust, voluminöser fettiger Kot
  • Diagnose: TLI-Bluttest beim Tierarzt
  • Therapie: Enzymsubstitution + leicht verdauliches, fettarmes Futter
  • Risiko-Rassen: Deutscher Schäferhund, Collie, Setter

Was ist eine Bauchspeicheldrüsenschwäche (EPI)?

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) hat zwei zentrale Funktionen: Sie produziert Insulin (endokrine Funktion) und Verdauungsenzyme (exokrine Funktion). Bei EPI ist die zweite Funktion gestört – die Bauchspeicheldrüse stellt nicht mehr genug Enzyme her, um Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate richtig zu verdauen. Das bedeutet: Dein Hund frisst, kann das Futter aber kaum verwerten.

Ursachen

  • Pankreatische Atrophie (häufigste Form, oft genetisch bedingt)
  • Chronische Pankreatitis, die das Gewebe nach und nach zerstört
  • Selten: Tumoren oder frühere Bauchoperationen

Typische Symptome erkennen

Symptom Beobachtung
Voluminöser Kot Viel, weich, hell, fettig, oft mehrmals täglich
Gewichtsverlust Trotz normaler oder erhöhter Futtermenge nimmt der Hund ab
Heißhunger Frisst alles, was er findet, auch Ungewöhnliches
Blähungen, Borborygmen Lautes Magenknurren, Blähungen, Unwohlsein
Stumpfes Fell, Hautprobleme Nährstoffmangel zeigt sich nach Wochen am Fellbild

Hund steht leicht gekrümmt mit Bauchbeschwerden — typisches Bild bei EPI

Wie wird EPI diagnostiziert?

Die Diagnose stellt die Tierärztin in der Regel über den TLI-Bluttest (Trypsin-like Immunoreactivity). Bei sehr niedrigen Werten gilt EPI als gesichert. Ergänzend werden oft die Cobalamin- (Vitamin B12) und Folsäurewerte geprüft – sie sind häufig mitbetroffen.

Wichtig: EPI ähnelt in den Symptomen einer chronischen Magen-Darm-Erkrankung. Daher ist die Diagnose ohne Bluttest schwierig. Wenn Du den Verdacht hast, sprich Deine Tierärztin gezielt darauf an.

Ernährung bei EPI: Worauf es ankommt

1. Enzymsubstitution

Die wichtigste Therapie ist die Gabe von Verdauungsenzymen (in der Regel als Pulver oder Granulat) zu jeder Mahlzeit. Das ist ein lebenslanger Begleiter, ersetzt aber, was die Bauchspeicheldrüse nicht mehr leistet.

2. Leicht verdauliches Futter

Hochwertiges, sortenreines Nassfutter wie Complete Pute oder Complete Lamm wird dampfgegart und schonend hergestellt – das macht es für EPI-Hunde gut bekömmlich. Stark verarbeitete oder mehrproteinige Industriefutter sind dagegen oft nicht ideal.

3. Darmflora begleiten

Bei EPI ist die Darmflora häufig deutlich verschoben. Pilla & Suchodolski (2019) beschreiben, dass eine gezielte Begleitung mit Probiotika unterstützend wirken kann. FloraVITAL Pulver bietet hier eine sanfte Begleitung.

4. Vitamin B12 ergänzen

Cobalaminmangel ist bei EPI häufig. Wenn der Bluttest erhöhten Bedarf zeigt, kann das in Absprache mit der Tierärztin oral oder injiziert ergänzt werden.

Wann zum Tierarzt?

Sofort: bei jedem Verdacht auf EPI. Diese Erkrankung ist nicht selbst zu diagnostizieren oder zu behandeln. Such tierärztlichen Rat, wenn:
  • Dein Hund auffällig viel und voluminös koten muss
  • Er trotz gutem Appetit abnimmt
  • Blähungen und Bauchgeräusche regelmäßig auftreten
  • Das Fell stumpf wird und die Haut sich verschlechtert
  • Du Heißhunger und ungünstiges Fressverhalten beobachtest

Häufige Fragen

Ist EPI heilbar?

Nein, aber gut behandelbar. Mit lebenslanger Enzymsubstitution und passender Ernährung können betroffene Hunde ein normales, lebenswertes Leben führen.

Welche Rassen sind besonders betroffen?

Statistisch häufiger: Deutscher Schäferhund, Rough Collie, English Setter, Eurasier. Aber prinzipiell kann jeder Hund EPI entwickeln, vor allem im mittleren Lebensalter.

Welches Futter ist am besten?

Leicht verdauliches, sortenreines Futter mit moderatem Fettgehalt, ohne unnötige Zusätze. Dampfgegartes Nassfutter wie FAVLY Complete ist eine gute Option, ebenso selbstgekochte Schonkost in Absprache mit Tierärztin oder Ernährungsberatung.

Kann ich Enzyme selbst dosieren?

Die Anfangsdosis legt die Tierärztin fest. Mit der Zeit lässt sich die Menge individuell anpassen – immer nach Beobachtung des Kotbildes. Bitte keine Selbstexperimente ohne tierärztliche Begleitung.

Kann mein Hund mit EPI alt werden?

Ja. Mit konsequenter Therapie haben EPI-Hunde eine normale Lebenserwartung. Wichtig ist die enge Zusammenarbeit mit der Tierärztin und das genaue Beobachten des Hundes durch Dich.

Was die Bauchspeicheldrüse nicht mehr leistet, übernimmt das Futter

Complete ist dampfgegart, mild, gut verdaulich — eine ideale Basis für die Enzymsubstitution. Pute, Lamm oder Kaninchen je nach Verträglichkeit.

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Quellen

Wichtiger Hinweis: Diese Seite dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. EPI muss diagnostiziert und tierärztlich begleitet werden. Bei jedem Verdacht bitte umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

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